Jugendliche wachsen in einer Welt auf, die durch permanente Vergleichbarkeit, digitale Beschleunigung, Leistungsdruck und eine wachsende Unsicherheit in Bezug auf Zukunft und Zugehörigkeit geprägt ist, während ihre emotionale und neurologische Entwicklung noch im Aufbau ist. Verhalten wirkt häufig provokativ, unmotiviert oder instabil, obwohl es Ausdruck von Entwicklungsaufgaben, Selbstwertregulation und Identitätssuche ist.
Dieses Seminar bietet eine psychosomatische Perspektive auf jugendliches Verhalten und verbindet entwicklungspsychologische Grundlagen mit aktuellen gesellschaftlichen Einflüssen wie KI, Social Media und Leistungsorientierung. Ziel ist es, Verhalten differenziert einzuordnen, ohne vorschnell zu pathologisieren oder problematische Entwicklungen zu bagatellisieren.
Lehrkräfte gewinnen ein vertieftes Verständnis für innere Prozesse von Jugendlichen und stärken ihre Fähigkeit, Beziehung als stabilisierenden Rahmen anzubieten, der Orientierung, Selbstwirksamkeit und Halt ermöglicht.